EVP-Fraktionschef droht EU-Staaten mit Stopp von Corona-Geldern

Der Fraktionschef der Konservativen im europäischen Parlament, Manfred Weber (CSU), hat Ländern wie Polen und Ungarn gedroht, dass sie bei mangelnder Unabhängigkeit ihrer Justiz und Medien keine Corona-Hilfen bekommen.

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Das EU-Parlament habe das Haushaltsrecht und die Richtlinien, wie die geplanten 750 Milliarden Euro an Zuschüssen und Krediten aus den Corona-Hilfsprogrammen verteilt würden, sagte Weber der "Rheinischen Post". Man werde die Gelder nur freigeben, wenn die Mitgliedstaaten im Inneren reformbereit seien und das Geld für Zukunftsinvestitionen ausgeben. "Wir wollen den Steuerzahlern versichern, dass Länder nur Geld bekommen, wenn sie eine unabhängige Justiz und unabhängige Medien haben, die durch eine öffentliche, kritische Debatte hinschaut und kontrollieren, was mit den Hilfsmitteln passiert", so Weber.

Auf die Feststellung, dass Polen und Ungarn dann kein Geld bekämen, sagte Weber: "Ja. Uns machen manche Länder Sorgen. Wer die Werte Europas, die demokratischen Regeln nicht einhält, kann von der EU kein Geld bekommen. Die EU ist kein Bankautomat, sondern eine Wertegemeinschaft."

Meldung der dts Nachrichtenagentur vom 30.06.2020

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