LANDESDIENST HESSEN: Neues RNAi-Spray gegen Kartoffelkäfer erforscht

Forscher aus Gießen haben den Wirkmechanismus des weltweit ersten RNAi-Sprays gegen Kartoffelkäfer detailliert untersucht.

Gießen (dts Nachrichtenagentur) - Das teilten das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME und die Justus-Liebig-Universität Gießen am Freitag mit. Das Spray mit dem Wirkstoff Ledprona wurde 2023 in den USA zugelassen und nutzt die sogenannte RNA-Interferenz, um gezielt ein lebenswichtiges Gen im Schädling auszuschalten. Die Studie zeigt, dass die eingesetzte doppelsträngige RNA die Bildung einer bestimmten Proteasom-Untereinheit im Kartoffelkäfer hemmt. Dadurch wird das zelluläre Proteinrecycling blockiert, was zu einer tödlichen Anreicherung von Proteinen in den Larven führt. Die Forscher betonen die hohe Spezifität der Methode für den Zielorganismus und die biologische Abbaubarkeit des Wirkstoffs, die keine toxischen Rückstände hinterlässt. In Deutschland und anderen EU-Ländern laufen bereits Feldstudien mit dem Präparat.

Für einen Einsatz in Europa ist jedoch noch ein passendes Zulassungsverfahren für RNAi-Sprays notwendig. Am Fraunhofer IME in Gießen werden parallel bereits weitere RNA-Sprays gegen Schädlinge wie Blattläuse und die Schilf-Glasflügelzikade entwickelt.

Meldung der dts Nachrichtenagentur vom 09.01.2026

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