Die landwirtschaftspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Thüringer Landtag, Anja Müller, hat das geplante EU-Mercosur-Handelsabkommen scharf kritisiert.
Erfurt (dts Nachrichtenagentur) - Sie teilte am Freitag mit, das Abkommen verschärfe das Höfesterben, da es zusätzliche Billigimporte ermögliche und die heimischen Betriebe unter unfairen Preisdruck setze. Die aktuellen Bauernproteste gegen das Abkommen seien daher vollkommen berechtigt. Aus Sicht der Abgeordneten steht das Abkommen für eine Handelspolitik, die Konzerninteressen über bäuerliche Existenzen und Umweltstandards stelle. Während Landwirte in der EU strengere Auflagen erfüllen müssten, würden sie mit Importen konkurrieren, die oft mit Entwaldung und Verletzungen von Arbeitsrechten in Südamerika verbunden seien.
Die Profiteure seien internationale Agrar- und Handelskonzerne, nicht die Bauern vor Ort. Müller forderte einen grundlegenden Kurswechsel. Notwendig seien ein Stopp des Mercosur-Abkommens in seiner jetzigen Form, verbindliche soziale und ökologische Standards im Handel sowie faire, kostendeckende Preise für Erzeuger. Ernährung sei Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und dürfe nicht den Profitinteressen weniger Konzerne überlassen werden, so die Politikerin.
Meldung der dts Nachrichtenagentur vom 09.01.2026 Zur Startseite