Mehr als 60 Prozent der Berliner Betriebe rechnen nach einer aktuellen Erhebung mit zunehmenden Schwierigkeiten, passende Fachkräfte zu finden.
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Senatsverwaltung teilte am Donnerstag mit, dass dieser Wert seit 2010 kontinuierlich angestiegen sei und nun einen Höchststand erreicht habe. Um offene Stellen dennoch zu besetzen, zeige sich mehr als jeder zweite Betrieb kompromissbereit, etwa durch flexiblere Arbeitszeiten oder bessere Arbeitsbedingungen. Die Ausbildungskapazitäten in der Stadt sind derweil weiter rückläufig. Nur noch 39 Prozent der Betriebe erfüllen die gesetzlichen Voraussetzungen zum Ausbilden ? deutlich weniger als im Bundesdurchschnitt (51 Prozent).
Von diesen ausbildungsberechtigten Betrieben bilde nur knapp die Hälfte tatsächlich aus, sodass sich lediglich jeder fünfte Betrieb in Berlin aktiv an der Ausbildung beteilige. Der häufigste Grund für den Ausbildungsverzicht seien fehlende personelle Kapazitäten. Auch Tarifbindung und betriebliche Mitbestimmung sind in Berlin wenig verbreitet. Nur 14 Prozent der Betriebe sind an einen Flächen- oder Firmentarifvertrag gebunden, ein Betriebs- oder Personalrat existiere sogar nur in fünf Prozent der Betriebe.
Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe betonte, Tarifverträge und Betriebsräte seien wichtige Motoren für stabile Löhne und gute Arbeitsbedingungen. Die Daten basieren auf der repräsentativen Befragung von 1.030 Berliner Betrieben im dritten Quartal 2024. Meldung der dts Nachrichtenagentur vom 23.01.2026 Zur Startseite