In der serbischen Grenzstadt Loznica sind 28 Gräber für ertrunkene Geflüchtete eingeweiht worden.
Loznica (dts Nachrichtenagentur) - Das teilten die zivilgesellschaftlichen Organisationen SOS Balkanroute, Djeluj.ba und Leavenoonebehind mit, die den Gedenkort mit Spenden aus Österreich und Deutschland errichtet haben. Unter den Toten ist auch das neun Monate alte syrische Baby Lana Hilal, das im August 2024 mit seinen Eltern in der Drina ertrank. Die interreligiöse Gedenkfeier wurde vom Erzbischof von Belgrad, Kardinal Ladislav Nemet, und dem Belgrader Imam Tafa El Beri?a geleitet. Nemet fand klare Worte: "Ob man sie legal oder illegal nennt, ändert nichts an der Würde der Menschen. Gott ist weitaus barmherziger als all unsere Gesetze, Vorschriften und die Grenzpolizei." Insgesamt wurden in Bosnien und Serbien mittlerweile 95 verwitterte Holzmakierungen durch dauerhafte Grabsteine ersetzt. Schätzungen zufolge gibt es entlang des Grenzflusses Drina, der Bosnien-Herzegowina und Serbien trennt, mehr als hundert Gräber von angespülten Leichen. Die tatsächliche Zahl der Todesopfer auf der Balkanroute liegt vermutlich deutlich höher, da viele Leichen nie gefunden werden.
Meldung der dts Nachrichtenagentur vom 28.01.2026 Zur Startseite