Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) in Schleswig-Holstein hat die jüngsten Forderungen des Wirtschaftsrates der CDU scharf kritisiert.
Kiel (dts Nachrichtenagentur) - Landesvorsitzender Andreas Ellendt kritisierte am Montag, der Katalog lasse "Maß, Mitte und soziale Ausgewogenheit" vermissen und stelle ein "schlichtes Heraushauen von Kürzungsforderungen" dar, anstatt tragfähige Reformkonzepte zu bieten. Besonders problematisch sieht die CDA die angedachten Einschnitte bei der Arbeitslosen- und Krankenversicherung. Ellendt sagte, es handele sich dabei um Versicherungen und keine freiwilligen Sozialleistungen. Wer Beiträge zahle, habe einen Anspruch auf Schutz, dieses Grundprinzip dürfe nicht relativiert werden.
Auch die steuerpolitischen Vorschläge des Wirtschaftsrates seien kritisch zu bewerten, da sie vor allem Besserverdienenden zugutekämen, während für Fachkräfte oder Beschäftigte in Pflege und Handwerk kaum spürbare Verbesserungen blieben. Mit Blick auf das Gesundheitswesen warnt die CDA vor einer Zwei-Klassen-Medizin, wenn immer mehr Leistungen in die private Vorsorge verschoben würden. Dies widerspreche dem christlich-sozialen Verständnis von Solidarität. Abschließend betonte Ellendt, Reformen dürften nicht zulasten der Arbeitnehmer gehen.
Eine CDU ohne klare soziale Leitplanke verliere ihre Mitte. Meldung der dts Nachrichtenagentur vom 02.02.2026 Zur Startseite