Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) kritisiert, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) seit Ende November keine Anträge teilnahmewilliger Personen mehr auf Zulassung zu einem Integrationskurs bearbeitet. "Der Stopp wurde vom Bamf nicht angekündigt und nie begründet. Bis heute erhalten wir keine Auskunft, wie lange diese Situation noch anhält", sagte Sascha Rex, der Leiter der Stabsstelle Grundsatz und Verbandentwicklung beim DVV, der "Frankfurter Rundschau" (Mittwochausgabe). Die Genehmigung ist notwendig, um einen Integrationskurs besuchen zu dürfen, sofern man nicht vom Jobcenter dazu verpflichtet wurde. Das Bundesinnenministerium von Alexander Dobrindt (CSU) bestätigte auf Anfrage der "Frankfurter Rundschau", es fände derzeit "eine Prüfung von Zulassungsanträgen" nach einem Passus im Aufenthaltsgesetz statt. Warum diese vorgenommen wird und wie lange die Prüfung dauern soll, teilte das Ministerium nicht mit. Rex spricht von einer "dramatischen Situation" in den Integrationskursen.
"Das bedeutet für die Träger bundesweit, dass derzeit nur in sehr geringem Umfang bereits geplante Kurse starten können und lernwillige Menschen zum Abwarten verdonnert werden", sagte er. Das gelte beispielsweise auch für junge Menschen aus der Ukraine, die sich schnell in den Arbeitsmarkt integrieren wollten. "Ohne die Zulassungen können keine Kurse für verpflichtete Teilnehmende, die zum Beispiel aus Sicht der Jobcenter schnell in den Arbeitsmarkt einmünden sollen, starten", erklärt Sascha Rex. Der von der Ampel-Regierung ausgerufene "Job-Turbo" für die Ukrainer werde konterkariert durch die Anweisung des Innenministeriums.
Meldung der dts Nachrichtenagentur vom 03.02.2026 Zur Startseite