LANDESDIENST SCHLESWIG-HOLSTEIN: Grüne kritisieren Entwurf für Bundesbehindertengleichstellungsgesetz

Die Sprecherin für Inklusion der Grünen-Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein, Eka von Kalben, hat den aktuellen Entwurf zur Novellierung des Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes als unzureichend kritisiert.

Kiel (dts Nachrichtenagentur) - Sie sagte am Mittwoch, dass Menschen mit Behinderungen im Alltag weiterhin an vielen Barrieren scheiterten und nur auf dem Papier gleichgestellt seien. Die geplante Reform bleibe hinter den Erwartungen der Interessenvertretungen zurück. Konkret bemängelt von Kalben, dass die Privatwirtschaft nicht grundsätzlich zur Barrierefreiheit verpflichtet werden soll. Nach dem Entwurf müssten Unternehmen nur auf Anfrage und im Einzelfall Maßnahmen ergreifen.

Selbst kleine Anpassungen würden pauschal für unzumutbar erklärt, unabhängig von den tatsächlichen Kosten. Zudem seien die vorgesehenen Sanktions- und Klagemöglichkeiten auf ein Minimum beschränkt. Die Grünen-Politikerin begrüßte zwar die Initiative von Ministerin Bärbel Bas (SPD) für eine Novellierung. Das geplante Gesetz werde mit den aktuellen Regelungen aber kaum Verbesserungen für die Bürger bringen, da das Benachteiligungsverbot in der Privatwirtschaft nahezu wirkungslos bleibe, so von Kalben.

Die Kritik basiert auch auf Eindrücken einer Grünen-Veranstaltung Anfang Februar, auf der Betroffene von alltäglichen Hürden berichteten.

Meldung der dts Nachrichtenagentur vom 11.02.2026

Zur Startseite