Die Ministerpräsidenten von Bayern und Hessen sowie der CDU-Spitzenkandidat in Baden-Württemberg haben eine grundlegende Reform des Länderfinanzausgleichs gefordert. "Während in Berlin oder Bremen die Kassen für immer neue Sozialgeschenke offenstehen, muss im Süden gespart werden", schreiben Markus Söder, Boris Rhein und Manuel Hagel in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitagsausgabe).
München/Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - "Wir müssen dieses System grundlegend reformieren - nach klarer Maßgabe: Hilfe nur gegen Reformen", heißt es in dem Beitrag weiter. Die drei Unionspolitiker fordern zudem "einen Deckel gegen die Überlastung der Geberländer und klare Reformanreize für die Empfänger". Zusätzliche Mittel für Nehmerländer müssten an Fortschritte in der Standortpolitik gebunden sein. "Wer dauerhaft auf Kosten anderer lebt, ohne die eigene Steuerkraft zu stärken, hat den kooperativen Föderalismus missverstanden", schreiben Söder, Rhein und Hagel. Der Status quo sei "ein einseitiger Kreis der Umverteilung".
Baden-Württemberg, Bayern und Hessen stünden für über 99 Prozent des gesamten Länderfinanzausgleichs. Wer die Last des Systems fast im Alleingang trage, für den müsse es Pflicht sein, die eigenen Interessen und die Bedingungen klar zu formulieren. Zugleich fordern die drei Unionspolitiker, den Ländern die Festsetzung der Grunderwerbssteuer und der Erbschaftssteuer zu übertragen. "Wahre Subsidiarität brauche echte Steuerhoheit", schreiben sie.
Eine Erhöhung der Erbschaftsteuer, wie die Linke sie fordere, sei Gift für die Wirtschaft. Wer in der Wirtschaftskrise Steuererhöhungen fordere, sorge dafür, dass Steuereinnahmen ausblieben. Es brauche "passgenaue Lösungen nahe am Mittelstand statt starrer Einheitsmodelle".
Meldung der dts Nachrichtenagentur vom 20.02.2026 Zur Startseite