Die Landeshauptstadt Mainz rechnet trotz eines umfangreichen Konsolidierungspakets im Haushalt 2027 mit einem Rekorddefizit.
Im Ergebnishaushalt ist ein Fehlbetrag von mehr als 233 Millionen Euro geplant, im Finanzhaushalt von rund 311 Millionen Euro. Das haben Oberbürgermeister Nino Haase und Finanzdezernent Daniel Köbler am Mittwoch bei der Vorstellung des Verwaltungsentwurfs mitgeteilt. Als Ursachen nennen Haase und Köbler die deutschlandweite Finanznot der Kommunen. Bund und Land übertragen den Städten Aufgaben, ohne die Kosten auszugleichen.
Zudem habe Mainz wegen früher hoher Gewerbesteuereinnahmen von 2023 bis 2026 keine Schlüsselzuweisungen erhalten; auch bei neuen Förderprogrammen sei die Landeshauptstadt benachteiligt worden. Haase spricht mit Blick auf geplante Steuererhöhungen von einer Zumutung für die Bürger und Ratsmitglieder. Die Verwaltung erwarte von der Landesregierung bis Ende September verwertbare Aussagen zur Finanzunterstützung. Um eine Beanstandung durch die Kommunalaufsicht zu vermeiden, sind Steuererhöhungen eingeplant: Die Gewerbesteuer soll von 460 auf 470 Prozentpunkte steigen, die Grundsteuer B auf 600 Prozentpunkte für Wohngrundstücke und 840 Prozentpunkte für Nichtwohngrundstücke.
Das Paket entlastet den Haushalt nach Angaben der Verwaltung um rund 42 Millionen Euro. Zugleich sinkt der Investitionskreditbedarf von 223 auf 153 Millionen Euro. Damit stehen vor allem bereits laufende Projekte wie der Neubau des Gutenberg-Museums, das Schulzentrum Mombach und die Rathaussanierung im Fokus.
Meldung der dts Nachrichtenagentur vom 02.09.2026 Zur Startseite