Kartellvergehen: EU-Ermittlungen gegen Commerzbank vorerst eingestellt

Die EU-Kommission hat ihre Ermittlungen gegen die Commerzbank wegen des Verdachts auf Kartellvergehen im Markt für Credit Default Swaps (CDS) vorerst eingestellt.

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Wie ein Banksprecher der Wochenzeitung "Die Zeit" sagte, hat die Kommission der Bank bereits bei einem Treffen im Februar mitgeteilt, "dass sie bis auf Weiteres nicht gegen die Commerzbank weiterermitteln" werde. Allerdings könnten die Ermittlungen "jederzeit wieder aufgenommen werden", sollten sich im weiteren Verfahren "die Commerzbank belastende Umstände ergeben". Im April 2011 hatte die EU ein Prüfverfahren gegen 16 Banken eingeleitet, die den Handel mit CDS weltweit prägen.

Der Verdacht: Die Banken hätten Informationen bevorzugt an den Dienstleister Markit weitergegeben, um den Wettbewerb im außerbörslich betriebenen Handel mit CDS zu beschränken. Mit CDS kann man sich gegen Kreditausfälle versichern, aber auch spekulieren. Der Markt ist riesig - Ende 2011 existierten CDS im Nennwert von global 26 Billionen Dollar.

Erst in der vergangenen Woche hatte die EU die Ermittlungen ausgeweitet. Die Deutsche Bank wollte sich unter Hinweis auf das laufende Verfahren nicht äußern. In Finanzkreisen erwartet man, dass die Untersuchung der EU bis Ende des Jahres zu ersten Resultaten kommt.

Meldung der dts Nachrichtenagentur vom 03.04.2013

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