Kontrolleure der Geldgeber wollen Verhandlungen in Athen wieder aufnehmen

Bei der verspäteten Überprüfung des griechischen Reformprogramms gibt es offenbar Fortschritte: Die Kontrolleure von EU, Europäischer Zentralbank (EZB), des Euro-Rettungsfonds ESM und des Internationalen Währungsfonds (IWF) wollen zeitnah nach Athen zurückkehren und die Gespräche mit der griechischen Regierung wieder aufnehmen, erfuhr das "Handelsblatt" (Montagausgabe) von Vertretern der Geldgeber.

Athen (dts Nachrichtenagentur) - Zuletzt hatte es nur Kontakte auf technischer Ebene gegeben. Die Vertreter der sogenannten Quadriga - ehemals Troika - könnten schon im Laufe der Woche in Athen eintreffen. Über den Fortschritt wollen auch die Finanzminister der Eurozone bei ihrem Treffen an diesem Montag in Brüssel beraten.

Dass die Kontrolleure der Gläubiger nun bereit seien, nach Athen zurückzukehren, sei "schon mal ein Erfolg", sagte ein Vertreter der Eurozone. Die erste Überprüfung des Hilfsprogramms ist ein wichtiger Schritt. Davon hängt nicht nur die Auszahlung einer neuen Milliardentranche ab, sondern auch die weitere Teilnahme des IWF am Rettungsprogramm und mögliche Schuldenerleichterungen für Griechenland.

Eigentlich sollte der erste Prüfbericht schon im vergangenen Herbst fertig sein, verzögert sich aber seitdem. Es gab auch bei den Geldgebern internen Streit: Der IWF verlangt härtere Einschnitte als die Europäer, etwa bei der griechischen Rentenreform. Der Konflikt würde nun zunächst zurückgestellt, hieß es.

Der IWF sei zu etwas mehr Flexibilität bereit. Dazu sollen auch Gespräche der Europäer mit IWF-Chefin Christine Lagarde während des Treffens der Finanzminister der führenden Schwellen- und Industriestaaten (G20) in Schanghai beigetragen haben. Nach Informationen des "Handelsblatts" hat auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit Lagarde in der chinesischen Metropole ein vertrauliches Gespräch geführt.

Meldung der dts Nachrichtenagentur vom 07.03.2016

Zur Startseite